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- Upper mantle discontinuities after Bina (1991)
- YKA configuration
- Tw~st Array configuration
- Event list for the Tw~st array
- Reflection point location for Tw~st dataset
- 210 km discontinuity results
- 410 km discontinuity results
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Struktur der seismischen
Diskontinuitäten im oberen Mantel unterhalb des Pazifiks mit seismologischen
Array Methoden. Hierzu werden Erdbeben aus dem südwestlichen Pazifik genutzt,
die am seismischen Yellowknife Array in den Northwest Territories in Kanada
aufgezeichnet wurden.
Die Struktur der Diskontinuitäten des oberen Mantels wird durch
Unterseitenreflexionen der Kompressionswelle PP an den Diskontinuitäten
untersucht. Diese als P
P Phasen bezeichneten Einsätze erscheinen als
Vorläufer zur Phase PP im Seismogramm. Die Verwendung der P
P Phasen mit
dieser Quell-Empfänger Kombination ergibt die Möglichkeit, einen
Korridor von den Hawaii Inseln bis zur Kurilen Subduktionszone südlich von
Kamchatka zu untersuchen.
Da die Amplituden der Vorläuferphasen im Seismogramm sehr klein sind,
werden zur Detektion dieser Phasen Arraymethoden angewandt, um die
Phasen aus dem Rauschen herauszuheben. Aus diesem Grund wurde die
Frequenz-Wellenzahlanalyse (fk-analyse) weiterentwickelt, um aus längeren
Zeitabschnitten Informationen über die einfallenden Wellenfronten zu
gewinnen. Diese fk-analyse mit gleitenden Zeitfenstern (sliding-window
fk-analysis) wird ausgiebig auf ihr Auflösungsvermögen getestet und auf
einen Datensatz von 124 Events des Yellowknife Arrays angewandt. Zur
Darstellung der sliding-window fk-analysis wurde eine geeignete Methode, die
sogenannten fk-movies, entwickelt.
Mit Hilfe der sliding-window fk-analysis konnten Unterseitenreflexionen von
verschiedenen Diskontinuitäten detektiert werden. Es gibt Hinweise auf zwei
flache Reflektoren mit mittleren Tiefen von 60 km und 99 km, die durch
Polaritätsuntersuchungen als Hales- und Gutenberg-Diskontinuität
identifiziert werden.
Die Untersuchung liefert Hinweise auf einen Reflektor in ca. 200 km Tiefe,
die sogenannte Lehmann Diskontinuität. Die mit dieser Diskontinuität
verbundenen minimalen Impedanzkontraste und eine Abschätzung der Dicke einer
Gradientenzone, in der sich die seismischen Geschwindigkeiten und die Dichte
des Mantelmaterials ändert, werden mit synthetischen Seismogrammen
untersucht.
Die sogenannte 410-km Diskontinuität wird mit der sliding-window fk-analyse
ebenfalls detektiert. In der Struktur dieser Diskontinuität finden sich
Hinweise auf den Hawaii Mantelplume und das Eintauchen der pazifischen Platte
in den Erdmantel an der Kurilen-Subduktionszone. Aus den Reflexionen können,
wiederum mit Hilfe von synthetischen Seismogrammen, Rückschlüsse auf
den Impedanzkontrast und die Dicke der Diskontinuität gezogen werden.
Die 660-km Diskontinuität wird mit dem vorliegenden Datensatz nicht
detektiert. Dieses Ergebnis steht in Übereinstimmung mit anderen Arbeiten
und wird benutzt, um einen maximalen Impedanzkontrast und eine minimale Dicke
der Diskontinuität zu ermitteln.
Dies geschieht ebenfalls mit Hilfe von synthetischen Seismogrammen.
In einem zweiten, kleineren Abschnitt wird versucht mit Hilfe von
langperiodischen Scherwellen den Ursprung der Lehmann Diskontinuität zu
bestimmen. Dazu werden Daten des temporären Tw~st Arrays genutzt.
Zur Untersuchung der Lehmann Diskontinuität wird die Aufspaltung zwischen
horizontal und vertikal polarisierten S-Wellen von SS und S
S Phasen
verglichen. Aufgrund des kleinen Datensatzes des Tw~st Arrays ist eine
abschließende Bewertung des Ursprungs der Lehmann Diskontinuität leider
nicht möglich.
In dieser Arbeit wird gezeigt, daß kurzperiodische Seismogramme von
kleinräumigen Arrays die Möglichkeit bieten, P
P Vorläuferphasen
zu detektieren und damit ein erheblich besseres, räumliches
Auflösungsvermögen zu erhalten ist, als mit den bisher üblichen
Stackingmethoden von langperiodischen Seismogrammen.
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2000-09-05